Ein Marathon. Im Januar. Ist klar! 10 Runden á 4,2 Kilometer. Geht’s noch bekloppter? Na klar: Man macht das einfach mal mit! Bereits zum 11. Mal lud die LG eXa ein, im Januar mal eine ordentliche Standortbestimmung unter Wettkampfbedingungen zu absolvieren. Der Wintermarathon ist ein 3er-Team-Lauf, wobei alle drei Personen gemeinsam laufen, also jede:r die vollen 42,2 km läuft. Entsprechend sieht auch das Regelement vor, sämtliche Zeitmattenüberquerungen gemeinsam zu absolvieren. Da so ein Teamlauf ein paar Chancen und Risiken birgt, will ich diese einfach abarbeiten und dabei so was ähnliches wie einen Wettkampfbericht zusammenbasteln. Fotografiert habe ich unterwegs nicht, deswegen wird das ganze jetzt SEHR textlastig. Wer Bilder will, gehe zur offiziellen Fotogalerie.

R: Ein Teammitglied fällt aus.

Das hat uns tatsächlich eine Woche vor Start erwischt. Achillessehne – kannste nix machen. Die LG eXa hat vorgesorgt und eine Teambörse eingerichtet, über die wir Uwe gefunden haben, der unser Team ergänzte und unseren Ambitionen folgen wollte. Aber auch sonst konnten wohl in der Vergangenheit selbst kurzfristige Ausfälle stets kompensiert werden.

R: Inhomogene Zielsetzungen

Unsere Ziele waren im Grunde deckungsgleich und die kleinen Nuancen störten uns tatsächlich nicht im geringsten. Auf 3:50 sind wir angelaufen und haben das in der ersten Hälfte konsequent durchgezogen. Verpflegung wurde konsequent und in der nötigen Ruhe eingenommen – die dafür verwendete Zeit auf der Strecke immer wieder reingeholt. Selbst auf die 3:45 haben wir immer mal wieder geschielt, aber nie konsequent verfolgt, um Kräfte zu schonen. Das stellte sich im Nachhinein als Vorteil heraus:

C: Drei-Hirne-Prinzip

Läuft es beim Marathon anfangs locker-flockig, kann man schnell mal beginnen, über (zu) hohe Ambitionen nachzudenken. Doch mit zwei weiteren erfahrenen Mitläufern kommen dann ganz fix die klugen Argumente auf den Tisch – DANKE an Isabel und Uwe dafür!

R: Unterschiedliche Tagesform

Kurz: das gab es bei uns nicht. Das sah bei anderen Teams gelegentlich anders aus, wenn wir jemanden einen Krampf rausdehnen sahen oder als zwei Läufer:innen irgendwie „auf der Stelle liefen“ um dem dritten Teammitglied die erforderliche Gehpause zu gönnen. Auch Gebüschpausen, oder – wie bei mir – mal eine Stein-aus-dem-Schuh-Klopf-Pause erfordern gelegentlich eine kurze koordinative Aktivität.

C: Gemeinsam bist Du nie allein

Wir drei kannten uns im Grunde gar nicht, sodass wir zur ersten Halbzeit mehr als genug Gesprächsstoff hatten. Das sorgte freilich dafür, dass wir uns im gemäßigten Tempo bewegten und genug Reserven für Halbzeit zwei aufbewahrt haben. Themen? Laufen, Laufen und Laufen – was sonst 🙂

C: Verantwortung für die Gruppe übernehmen

Leider war es mir bestimmt, in Runde 8 oder 9 sagen zu müssen, dass ich nix mehr habe, was ich zusetzen kann. Aber hätte ich nix gesagt, dann wäre ich vielleicht ins entkräftet ins DNF gerannt und hätte damit das gesamte Team in Gefahr gebracht. Sowohl Isabel, als auch Uwe waren besonnen genug, um mich wieder aufzurichten – auch wenn das für Isabel bedeutete, nun definitiv nicht unter 3:50 ins Ziel zu kommen.

C: Motivation durch die Gruppe

Einstieg in Runde 8: „Los, jetzt nicht mehr so lange an der Verpflegung rumstehen.“ Klare Ansage. der bin ich gern gefolgt. (Der VP steht kurz hinter der Start-/Ziel-Linie) Auch bei der letzten Runde, die dann schon nah am Limit war, wäre ich als Einzelstarter durchaus versucht gewesen, doch noch die ein oder andere Gehpause einzulegen, aber ich habe mich dann schön mitziehen lassen (mental!) und bin dann doch sehr gut im Ziel gelandet. Brutto: 3:53:18 Netto 3:53:09. PB – was aber keine große Kunst war, da alle meine vorherigen Marathons jeweils Mitte Mai auf dem Rennsteig absolviert wurden)

Im Ziel – nur echt mit Finishertorte! Uwe – Isabel – Markus (v.l.n.r.)

Fazit

Was bleibt also?

  • ich muss konsequenter lange Läufe ins Training einbauen
  • Langstreckenwettkampfplanung mit positivem Split kalkulieren
  • Verpflegungspunkte bei der Zeitplanung berücksichtigen
  • den 16. Janauer 2021 dick im Kalender eintragen
  • ich kann Sub 4!

Epilog: Algorithmen sind … Algorithmen

Keine Ahnung, was Garmin so rechnet. Aber weil es so amüsant ist, will ich niemandem diese wirklich absurde WK-Prognose vorenthalten. 😁

Orga & Co.

Die Veranstaltung war von A bis Z professionell und anständig organisiert. Mailrückfragen sehr schnell und klar beantwortet. Genug Streckenposten, die während des Rennens etwas weniger wurden, aber nach zwei Runden weiß man, wo es lang geht und man hat trotz des sich flott verteilenden Teilnehmerfeldes eigentlich immer jemanden in Sichtweite. Nachhaltigkeit: Sehr gut! Papp- statt Plastebecher; Kuchenbuffet mit Mitbringtasse oder -becher. Startbeutel aus Baumwolle und vor allem zum Selbstbestücken – so landet nur das im Beutel, was man wirklich an Pröbchen oder Flyern haben will. Gut mitgedacht: Im späteren Rennverlauf wurde eine der Mülltonnen noch mal an einen besseren Standort verschoben. Zeitnahme über Chip mit sämtlichen ausgewiesenen Rundenzeiten.

Ich freue mich auf die kommenden Leipziger Stundenläufe, die ebenfalls von der LG eXa ausgerichtet werden.