Kleine Laufgeschichten und eine kleine Abnehm-Story mit Happy End - Als Erinnerung für mich und alle, die es interessiert...

Game Over in Oberhof

So, die Überschrift verrät es – ein Finish, und doch ein DNF. Es sind inzwischen ein paar Tage ins Land gegenagen und ich hadere immer noch, wie ich meine Erlebnisse meines ersten langen Kanten vernünftig aufschreiben kann. Aber Herausforderungen sind bekanntlich dazu da, sich ihnen zu stellen.

Zunächst ein #tldr: Rennen lief gut, alles bestens. Ab ca. km 46/47 heftige Schmerzen an der linken Ferse. Wandern und Ausstieg in Oberhof mit Wertung nach 54,5 km. Ärztliche Diagnose in Oberhof: Plantarsehne. Mist, kein Zieleinlauf in Schmiedefeld.

Das wichtigste zuerst: DANKE an alle, die den Rennsteiglauf möglich gemacht haben – das Orga-Team und die Genehmigungsbehörden, alle Helferinnen und Helfer vor und hinter den Kulissen, Polizei, Bergwacht und Sanis die an der Strecke bereit standen, allen Wandersleuten, die Support leisteten, alle Mitläufer:innen, die für gute Laune und angenehme Gespräche sorgten, meiner Familie, die meine Laufleidenschaft erduldet, meine Läufer:innen-Freunde, die mich stets motivierten und mit mir die ein oder andere Trainingseinheit durchgezogen haben und natürlich alle, die ich hier nachlässigerweise nicht erwähnt habe.

1. Oktober 2021. Ich habe frei. Aufgestanden wird trotzdem um 5:30 Uhr, denn ich habe traditionell Schulbemmenschmierdienst bei uns zu Hause. Als die Familie aus dem Haus ist, erledige ich noch ein paar Dinge in der Stadt und halte meinen Kreislauf mit Radfahren auf mäßigem Niveau. Tasche packen, alte Startnummern samt Klebeband raussuchen, … – was man halt so macht.

Auto bestücken, Sohnemann bei Opi in Thüringen abgeben und dann weiter nach Eisenach. Check-In im Hotel, Abholung Startunterlagen, Abendessen. Gut schlafen.

2. Oktober 2021. Der Wecker klingelt um 4:30 Uhr. Aufstehen, duschen und ab zum Läuferfrühstück. Erwartungsvolle, gespannte Stille. Wegen Corona nur Einzeltischbelegung. Schade eigentlich, aber nützt ja nix. Kurz nach 6 Uhr spaziere ich mit meiner Frau zum Markt. Kurz vor halb sieben wird der Schneewalzer gespielt, aber der Funke sprang nicht über. Wegen – ihr wisst schon – wurde der Start entzerrt und alle 90 Sekunden startete ein 50er-Grüppchen. Das hat IMHO sehr gut geklapprt.

6:34:30 Uhr: Start. Ich bin auf dem langen Kanten! Wenig Publikum, aber das um so engagierter. Die ersten „Krachmacher“ schon nach etwa 300 Metern, die nächsten Trommler am Ortsausgang Eisenach. Phantastisch. Es ist immer noch dunkel und es geht ins erste Waldstück hinein. Gut organisiert: Leuchten am Wegrand und an der Seite parkende Autos, die bergauf den Weg beleuchteten. Auf Höhe Burrschnschaftsdenkmal beginnt dann die Taghelligkeit. Die Beine leicht, der Lauf locker – das wird heute was zur Premiere, bin ich mir sicher!

Ein paar Schwätzchen sichern, dass ich am Anfang nicht versehentlich überziehe. Abbiegen auf den Rennsteig. Das erste R des Tages (am Baum!) – Selfie-Time! Bis zum Inselsberg keine besonderen Vorkommnisse. An ein paar Steigungen Tempo bis zum sportlichen Wanderschritt runterfahren und nach nur wenig über 3h war ich auf dem Inselsberg. Danach ging es – geographisch – bergab. Und wie steil. Das war mir gar nicht mehr bewusst, denn diesen Teil des Inselsberges kenne ich eigentlich nur auf dem Fahrrad. Wurde von einigen Läufern überholt, die in einem Affenzahn runterrollten – für solche „Späße“ fehlte mir die Erfahrung. War aber egal – diszipliert sein und das eigen Ding durchziehen – so haben es mir erfahrene Läufer eingetrichtert.

Es ging weiter und weiter – Kilometer um Kilometer näherte ich mich dem schönsten Ziel der Welt. An der Ebertswiese gab es nach 37,5 km eine Zeitnahme (4:42:30) und alle Läufer:innen wurden angesagt – samt Anzahl der GMRSL-Teilnahmen. Das motiviert und sorgte für gute Laune bei allen, die sich eine Pause gönnten. Alles prima. Neuhöfer Wiesen – rund 45 Kilometer in den immer noch leichten und lockeren Beinen. Grandioser Schleim – mit Orangengeschmack(?). SUPER-lecker! Lockere Beine, ja. Aber es begann an der linken Ferse zu schmerzen. Na, wird schon werden.

Ich laufe weiter, aber während man gelegentlich den ein oder anderen Schmerz „rauslaufen“ kann, wurde es leider immer internsiver. Eine düstere Ahnung macht sich breit…

… es nützte alles nichts. Bis zum Grenzadler konnte ich noch einigermaßen wandern und auf dem Weg über die Zeitmatte wurde es dannzum Humpeln – GAME OVER! 🙁

Ein Arzt hat sich gleich den Fuß angesehen und diagnostizierte die Plantarsehne. Massage, Eisspray drauf und es ging dann wieder einigermaßen. Habe mich am Schalter ausgetragen und trotzdem eine Medaille bekommen.

„Schmerzlich“ dann der Weg nach schmiedefeld im Shuttle: Die Strecke führte zu großen Teilen parallel zum Rennsteig – natürlich mit Blick auf die Vielen Läufer:innen, die den langen Kanten komplett finishen würden.

In Schmiedefeld gab es dann das obligatorische Läuferbier und die Sofortanmeldung wurde natürlich auch abgegeben. #demRENNSTEIGdieTREUE

1 Kommentar

  1. Jörg

    1Das ist hart – ich musste auch mal in Oberhof abbrechen. Da hatte ich aber schon einige Male den SM absolviert. Es war dennoch deprimierend, die anderen Läufer zu sehen.
    Aber du hat ja noch Zeit, den SM anzugreifen

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