Mitte Mai ist Rennsteiglauf! Selbst dann, wenn er auf den 2. bzw. 3. Oktober verschoben wurde. Die Corona-Impfungen kommen voran, die Bundesnotbremse kann in immer mehr Landkreisen und Städten deaktiviert werden, aber an einem normalen Rennsteiglauf war am 8. Mai 2021 nicht zu denken. Erneut rief der GutsMuths-Rennsteiglauf-Verein die Aktion #RENNSTEIGLÄUFERatHOME ins Leben, diesmal unter dem Motto: „Zeig‘ uns Deine Lieblingslaufstrecke in Deiner Heimat!“ Nach meinem 75,5-km-Solo im letzten Jahr, sollten es in diesem Jahr 50 Meilen werden – sozusagen als längste Strecke, die ich je in meinem Leben laufen wollte.

Schnell konnte ich Tom für die Aktion begeistern, denn ihm schwebten schon immer mal die 100km vor Augen, und so ein 50-Meiler „zwischendurch“ ist ja auch ganz nett und laut Coronaschutzverordnung durfte man zu zweit gemeinsam im Freien Sport treiben 🙂

Prolog

4:20 Uhr: Wecker klingelt. Morgenhygiene, Kaffee kochen und, das Wichtigste: Schleim kochen! Noch fix ein Foto für Insta gemacht und dann rein in die Laufklamotten.

Startnummer: gedruckt. Schleim: lecker! Mehr braucht’s nicht für einen Rennsteiglauf 😉

Etappe 1 – Rund um den Zwenkauer See

5:45 war Treffen bei mir zu Hause und wir deponierten unsere Verpflegung im Garten. Gleich danach gab es Musik von Hans im Glück im Dreierpack und Punkt 6:00 Uhr konnten wir schließlich starten.

Traditionen sind da, um überwunden zu werden. Oder, um sie zu pflegen. 🙂

Die angepeilte 6er-Pace haben wir natürlich nicht geschafft sondern groovten uns zunächst im Mittleren 5:30er Schnitt ein und näherten uns dann langsam Richtung 6er-Pace. Am Zwenkauer See angekommen begrüßte uns dann allerfeinstes Laufwetter. Die Stimmung war gut, ab und an einen Schluck getrunken, die Gespräche waren locker. Am Südufer plötzlich Rufe von rufe von hinten. Sven verlegte sein Ironman-Rad-Training auf unsere Strecke und feuerte uns ein paar Meter an – sein Trainer wird ihm den Leistungseinbruch für ein paar hundert Meter hoffentlich verzeihen.

Die Halbmarathonmarke erreichten wir nach ziemlich genau 2:01:00, also der Zeit, die ich auch 2019 beim Marathon direkt auf dem Rennsteig erzielt hatte. Wesentlich längere Zielstrecke, wesentlich weniger Höhenmeter: passt! Hoffentlich! 😉 Nach gut 2einhalbn Stunden näherten wir uns meinem Zuhause und ein fixes Foto der Dorfkirche signalisierte meiner Familie, dass wir bald kommen.

Zuhause erwartete uns ein opulentes Buffet und wir nutzten die Gelegenheit, um die Klamotten zu wechseln, denn aus den 2 Grad um 6 Uhr wurden inzwischen rund 10 Grad. Gut gelaunt ging es in die zweite Etappe.

Etappe 2 – Rund um den Kulkwitzer See

Als zweiten Streckenabschnitt haben wir uns ToThos Laufrevier ausgesucht. Das Segment „Mit Milch zurück“ haben wir natürlich nicht angegriffen. Am Kulki angekommen entschieden wir uns spontan für die Umrundung im Uhrzeigersinn. Unterwegs kam uns ein Wanderpärchen mit Rennsteigkappe entgegen, die uns angesichts unserer Startnummer wissend grüßten. So ließen sich die leichten „Steigungen“ am Südwest-Ufer des Kulki noch leichter bewältigen. Der Lauf war weiter locker und flockig. Wir haben unterwegs immer wieder ein wenig gegessen und getrunken. Körper und Beine dankten es uns, auch wenn wir uns jetzt stetig der 6er-Pace näherten.

In ToThos Revier

Vom Kulki ging’s dann wieder Richtung Heimat. Doch dann meldete sich mein Kreislauf. Und ich musste mich nach reichlich 43 Kilometer in eine Pause begeben. Doch alles nützte nix. Es ging einfach nicht mehr weiter. Ich trabte noch locker bis zur glatten 44er-Marke, stoppte dann ab und rief das Familientaxi an – Ende im Gelände! 🙁

Nichts geht mehr … (Symbolbild ;-))

Tom konnte glücklicherweise durchziehen und schaffte seine 50 Meilen. Dass da zwischendurch noch was mit der Technik schief lief, soll hier nur anekdotisch erwähnt werden, aber das ist seine Geschichte, die er zu erzählen hat, wenn er denn will 😉

DNF – und nun?

Daheim angekommen, ging es erst mal unter die Dusche und für ein Schläfchen ins Bett. Es ging mir dann auch recht schnell wieder recht gut und ich konnte mein geplantes Abendprogramm bei original importierter Thüringer Bratwurst glücklicherweise durchführen.

Ein kleiner Trost: Importware aus Thüringen

Nach einmal drüber schlafen habe ich dann beschlossen, dass ich meine erreichte Laufleistung einreichen und meine Urkunde über 44km in Empfang nehmen werde. Wenige Tage später: Post im Briefkasten. ToTho spendierte mir eine selbst entwickelte Medaille – VIELEN DANK!

Nach einer Woche Pause ging es dann in einen lockeren 13-Kilometer-Lauf. Es ist (hoffentlich) alles wieder gut. Und am 2. Oktober gibt es dann hoffentlich das Finish – mit vielen Mitläufern, motivierten Helfern, Wanderern am Wegesrand und Zielsprecherin Petra, die meinen und viele weitere Namen in Schmiedefeld ruft, wenn ich wir uns der Ziellinie nähern.

PS: Ist es nicht auf Strava, dann ist es auch nicht passiert: https://www.strava.com/activities/5260242082